Der Prangerschütze

 

Sie sind nicht zu übersehen und überhören kann man sie schon gar nicht - die Prangerschützen.

Prunken, verzieren oder schmücken - das bedeutet das mittelhoch-deutsche Wort "Prangen", von dem sich auch das Wort Prangerschützen herleitet. Der Wortsinn hat auch heute noch seine Bedeutung: die OÖ. Prangerschützen schmücken unsere Volkskultur. Wie so oft in der Volkskultur, reichen ihre Wurzeln weit zurück. 200, 300 Jahre gibt es sie schon, entstanden als Teil der barocken Festkultur. Die Aufgabe der Prangerschützen bestand damals fast ausschließlich darin, durch das Abfeuern einer Salve Freude auszudrücken und die Festlichkeit zu erhöhen. Vor allem kirchliche Hochfeste wurden und werden lautstark angekündigt und mitgestaltet. Der Name "Prangerschützen" steht übrigens auch in Zusammenhang mit dem "Prangtag", das ist der Fronleichnamstag, der in Österreich und Süddeutschland zehn Tage nach Pfingsten gefeiert wird. Den Prangerschützen geht es nicht nur darum, Feste zu gestalten, und somit Tradition und Brauchtum zu pflegen. Sie engagieren sich in aktiver Jugendarbeit, wollen gelebtes Brauchtum an künftige Generationen weitertragen, und sind sozial in vielerlei Projekten tätig. Kameradschaft pflegen und Gemeinschaft leben, das wollen die OÖ. Prangerschützen.

Die Prangerschützen sind keine Wehrschützen, sondern Festschützen. Daher ist der Stutzen auch keine Schusswaffe, sondern ein Brauchtumsgerät, das in Handarbeit hergestellt wird. Jeder Stutzen ist ein kostbares Einzelstück, manche wurden vom Büchsenmacher mit prächtigen Schnitzereien zu wahren Kunstwerken geformt.

Übrigens: wer glaubt, Prangerschützen sind ausschließlich Männer, irrt. Seit einiger Zeit gibt es in Vöcklamarkt eine Schützin. Diese war Marketenderin und entschloss sich dann dazu, aktive Schützin zu werden. Aber auch in Molln hat sich bereits eine Dame den Prangerschützen angeschlossen. Und vielleicht folgen bald auch weitere...